Stell‘ Dir einen dieser typischen Tage vor, die eigentlich ganz normal beginnen sollten. Du öffnest Slack – und sofort prasseln zig neue Nachrichten aus verschiedenen Teams auf Dich ein und wollen Deine Aufmerksamkeit.
Es wird „ganz schnell“ Deine Einschätzung gebraucht, jemand fragt nach Insights, Du sollst bei zwei Meetings dabei sein, „falls Research gebraucht wird“, und irgendwo dazwischen wurde ein Problem gefunden, das angeblich „dringend validiert“ werden muss.
Alle wollen etwas von Dir. Niemand fragt, was gerade eigentlich möglich ist. Und bevor Du überhaupt darüber nachdenken kannst, was Dein Fokus für heute war, bist Du schon mitten in Erwartungen, Prioritäten und Dringlichkeiten, die nicht Deine eigenen sind.
UX Research trägt oft die Verantwortung dafür, Orientierung im Unternehmen zu schaffen. Research soll vorausschauen, Klarheit bringen, Erwartungen einfangen, Prioritäten steuern. Doch während Research für alle da ist, ist selten jemand für die Researcher:innen da. Die Rolle ist zentral – aber gleichzeitig unsichtbar in ihrer Belastung.
Die Schieflage entsteht nicht, weil Menschen etwas falsch machen, sondern weil die Annahme besteht, dass Research immer lieferfähig ist. Und auch, weil Research häufig Dinge ermöglicht, die sonst niemand auffängt. Das alles erzeugt Druck, der nicht mehr als „normaler Arbeitsstress“ zu erklären ist.
Das Entscheidende ist: Diese Überlastung ist kein persönliches Versagen. Sie entsteht aus einem Setting, in dem Research zu viel Verantwortung trägt – und zu wenig Orientierung bekommt. Wenn Du versuchst, es allem und allen recht zu machen, liegt das nicht daran, dass Du nicht gut genug priorisierst. Es liegt daran, dass Du in einem System arbeitest, das Deine Rolle nicht klar schützt (manchmal auch leider nicht klar schätzt). Und genau hier beginnt Veränderung: nicht bei noch mehr Effizienz, sondern bei einem neuen Blick auf Deine Rolle und Deine Grenzen.
Welche Verantwortung trägst Du gerade, die Dir niemand übertragen hat?
Wenn Du genauer verstehen möchtest, wie Rollenkonflikte und stille Grenzüberschreitungen entstehen, findest Du hier eine vertiefende Perspektive dazu.
Und wenn Dich interessiert, wie unausgesprochene Erwartungen Dich in diese Dynamik hineinziehen, geht es hier weiter.
Wenn Du Dich in dieser Dynamik wiedererkennst und Dir Klarheit, Orientierung oder Entlastung wünschst, lass uns sprechen – unverbindlich und ohne Druck.
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